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J.H. Schultz zur Hörigkeit (1941, 1967)

Schultz, J. H. (1967, zuerst 1941, S. 113-114). Geschlecht. Liebe. Ehe, S. 123-124. München: Reinhardt.


„Eine andere, rein seelische Gefahr des Liebeslebens können wir uns am besten durch das Beispiel des Fetischismus erklären. Genau so wie ein Fetischkranker durch irgendeinen für andere Menschen völlig sinnlosen Gegenstand in unüberwindliche geschlechtliche Erregung versetzt wird, kann auch ein Mensch durch irgendeine Eigenheit eines Menschen anderen Geschlechts völlig sinnlos geschlechtlich erregt werden; er kann diesem Reiz ohne jede Hemmung und jedes Urteil verfallen und in einer völlig tollen Verliebtheit seine Selbstbestimmung und Selbstbeherrschung völlig verlieren. Wir sprechen dann von einer Hörigkeit, da diese Menschen ebenso ihrer freien Willensbestimmung beraubt sind wie in alten Zeiten, als Menschen noch zum Privatbesitz gehörten wie leblose Gegenstände, die hörigen Leibeigenen. Wir sehen dann Liebes- und Eheverbindungen, die für die Umgebung völlig unbegreiflich sind. Handelt es sich um zwei sonst wertvolle und gesunde Partner, so hat ein derartiges Geschehen nur die Bedeutung einer Sonderbarkeit ohne tieferen Belang. Häufig aber können wir beobachten, daß Männer oder Frauen guter Art und wertvollen Charakters Geschlechtspartnern hörig werden, die als Charakter und Persönlichkeit im höchsten Maße gefährlich und minderwertig sind. Wir sehen Hörigkeiten wertvollster Menschen an Kriminelle, an Schwachsinnige, an schwer Entartete usw. Häufig haben derartige hörige Menschen in klaren Augenblicken durchaus das Bewußtsein, daß ihre Leidenschaft eigentlich unverständlich sei, aber immer werden sie wieder unter ihren Zwang gerissen, immer wieder werden sie von den unwiderstehlichen Mächten ihrer Hörigkeit überwältigt. Wir haben also wieder dasselbe Verhalten, wie wir es beim Fetischisten oder beim sogenannten Perversen finden: der Mensch ist nicht mehr freier Herr seines Liebeslebens, er kann nicht mehr seine Liebe schenken - und alle wirkliche Liebe ist doch ein Geschenk, das größte Geschenk, das dieses Leben geben kann! -, sondern sie folgen einem ihnen selbst unheimlichen, ja, in nüchternen Augenblicken oft in höchstem Maße widerwärtigen und verächtlichem Drange und Zwange; sie sind, wie von Gebsattel einmal sehr richtig für die Perversionen ausführte, völlig süchtig geworden und ihrer Leidenschaft ausgeliefert wie ein Trinker oder ein Morphinist. Welch namenloses Unglück durch diese Störung des Liebeslebens geschehen kann, ist wohl jedem Menschen- und Lebenskenner klar. Nicht selten sehen wir derartige Zustände bei alternden Menschen beider Geschlechter, die plötzlich von einer völlig ‘wahnsinnigen Leidenschaft’ für irgendeinen, meist jugendlichen Menschen befallen werden, ohne daß eine sachliche Beobachtung an dem Gegenstand dieser Neigungen irgendeine Erklärung für die Tiefe der Ergriffenheit finden könnte.“
22.11.06 16:30
 


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