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moon phase


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Niedergeschlagen und entmutigt, im Inneren vom steinschweren Gewicht seiner unerwiderten Liebe belastet, blickte Fropome schmachtend hinauf zum Himmel, dann schüttelte er langsam den Kopf und starrte verzweifelt hinunter auf die Wiese vor sich.
Ein in der Nähe weidendes Jungtier der Graser, das sich zusammen mit dem Rest der Herde über die grasbewachsene Ebene fraß, schubste eins seiner Geschwister. Normalerweise hätte der Hirte den Scheinkampf mit Erheiterung beobachtet, doch heute reagierte er mit einem tiefen, grollenden Ton, der das heißblütige kleine Tier hätte warnen sollen. Eins der herumtollenden Jungtiere sah kurz zu Fropome auf, wandte sich aber gleich wieder der Balgerei zu. Fropome ließ einen Rankenlimbus peitschenartig herausschnellen und zog den beiden Bengeln jeweils kräftig eins über. Sie quietschten, ließen voneinander ab und flitzten maulend und schreiend zu ihren Müttern am Rand der Herde.
Fropome sah ihnen nach, dann hob er - mit einem ächzenden Laut, der sich sehr nach einem Seufzer anhörte - den Blick wieder hinauf zum leuchtend orangefarbenen Himmel. Er vergaß die weidenden Graser und dachte wieder über seine Liebe nach.
Die Dame seines Herzens, seine Angebetete, die EINE, für die er mit Freuden jeden Hügel erklommen und jeden See durchwandert hätte - all solche Sachen. Seine Geliebte; seine grausame, kalte, herzlose, gleichgültige Geliebte.
Er fühlte sich zermalmt, innerlich ausgetrocknet, wenn er an sie dachte. Sie wirkte so gefühllos, so ungerührt. Wie konnte sie nur so abweisend sein? Selbst wenn sie ihn ihrerseits nicht liebte, hätte man doch zumindest annehmen können, daß es ihr schmeichelte, wenn jemand seine unsterbliche Liebe zu ihr zum Ausdruck brachte. War er denn so wenig reizvoll? Aber wenn es so wäre, warum schenkte sie ihm dann keinerlei Beachtung? Wenn ihr seine Gunstbezeugungen lästig waren, warum sagte sie es nicht?
Doch sie sagte nichts. Sie benahm sich so, als sei alles, was er gesagt hatte, alles was er versucht hatte auszudrücken, nichts anderes als ein peinlicher Ausrutscher, ein Fauxpas, den man am besten überging.
Er verstand das nicht. Glaubte sie etwa, daß er solche Dinge leichtfertig aussprach? Bildete sie sich etwa ein, er hätte sich nicht sorgsam überlegt, was er sagen und wie er es sagen wollte? Er hatte aufgehört zu essen! Er hatte nächtelang nicht geschlafen! Er wurde schon langsam braun und wellte sich an den Rändern! Eßvögel richteten sich bereits Schlafplätze in seinen Nistfallen ein!
Ein Jungtier der Graser beschnüffelte seine Seite. Er packte das pelzige kleine Wesen mit einer Ranke, hob es zu seinem Kopf hoch, sah es mit seinen vier Vorderaugen an, bespritzte es mit Reizstoff und schleuderte das wimmernde Tierchen in ein nahes Gebüsch.
Der Busch schüttelte sich und gab ein Murren von sich. Fropome entschuldigte sich bei ihm, während sich das Junge freizappelte und wild strampelnd davonstob.
Fropome wäre mit seinem Seelenschmerz lieber allein geblieben, aber er mußte die weidende Herde hüten, mußte sie von säureübersättigten Stellen, Kerngewächsen und Blähkraut fernhalten, sie vor dem Wergspeichel der Eßvögel schützen und durfte sie nicht in die Nähe der schwergewichtig balancierenden wilden Felsentiere geraten lassen.
Alles war so grausam! Konnte nicht wenigstens die Liebe anders sein? Fropome schüttelte sein verwelktes Laubwerk.
Sie mußte doch irgend etwas fühlen! Sie waren jetzt schon seit geraumer Zeit Freunde; sie kamen gut miteinander aus, sie konnten über dieselben Dinge lachen, sie hatten ähnlich Ansichten... Da sie sich doch in so vieler Hinsicht glichen, wie konnte er so eine verzweifelte, fieberhafte Leidenschaft für sie empfinden und sie keinerlei Gefühl für ihn aufbringen? Konnten die tiefsten Wurzeln der Seele so unterschiedlich sein, wenn alles andere so sehr im Einklang zu sein schien?
Sie mußte doch etwas für ihn empfinden! Es war ein widersinniger Gedanke, daß sie keinerlei Gefühl für ihn haben könnte. Vermutlich wollte sie einfach nicht zu forsch erscheinen. Ihre Zurückhaltung war eine reine Vorsichtsmaßnahme; verständlich, sogar lobenswert. Sie wollte sich nicht zu schnell auf ihn einlassen - das war alles. Sie war unschuldig wie eine ungeöffnete Knospe, schüchtern wie eine Mondblüte, bescheiden wie ein in Blätter gehülltes Herz...
...und rein wie ein Stern am Himmel, dachte Fropome. So rein, und so fern. Er blickte zu einem hellen, neuen Stern am Himmel und versuchte sich einzureden, daß sie möglicherweise seine Liebe erwiderte.
Der Stern bewegte sich
Fropome beobachtete ihn.
Der Stern blinzelte, zog langsam seine Bahn am Himmel, sank tiefer, wurde allmählich immer heller. Eine Sternschnuppe! Fropome dachte sich einen Wunsch aus: Sei ein Omen, sei ein Zeichen, daß sie mich liebt! Vielleicht war es ein Glücksstern. Er war bisher nie abergläubisch gewesen, aber die Liebe trieb seltsame Blüten im Herzen einer Pflanze.
Wenn er sich ihrer doch nur sicher sein könnte, dachte er, während er die langsam fallende Sternschnuppe beobachtete. Er war nicht ungeduldig, er hätte freudig bis in alle Ewigkeit gewartet, wenn er nur gewußt hätte, daß sie sich etwas aus ihm machte. Es war die Unsicherheit, die ihn peinigte und seine Hoffnungen und Ängste auf diese quälende Weise hin und her schwanken ließ. Er warf einen fast liebevollen Blick auf die Graser, die um ihn herumtrampelten, auf der Suche nach hübschen, noch nicht abgegrasten Plätzchen oder einem Jakbusch, um sich in ihn zu entleeren.
Arme, schlichte Kreaturen. Und doch in gewisser Weise glücklich; ihr Leben drehte sich ums Essen und Schlafen, und in ihren Köpfen mit den niedrigen Stirnen gab es keinen Platz für Seelenpein, ihre pelzigen Brustkörbe boten keinen Platz für ein zerbrochenes Kapillarsystem.
Ach, wie gut es sein mußte, einen einfachen Muskel als Herz zu haben!
Er sah wieder zum Himmel hinauf. Die Abendsterne wirkten kalt und ruhig, wie leidenschaftslose Augen, die ihn beobachteten. Mit Ausnahme der Sternschnuppe, bei deren Anblick er sich zuvor etwas gewünscht hatte.
Er machte sich kurz Gedanken darüber, wie weise es wohl sein mochte zu hoffen, daß sich sein Wunsch durch etwas so Vergängliches wie eine Sternschnuppe erfüllte - selbst wenn sie so langsam fiel, wie es bei dieser der Fall zu sein schien.
Oh, diese aufwühlenden, knospengleichen Gefühle! Ein so sprößlinghafte Einfalt und Erregung! Eine so ablegerartige Verwirrung und Unsicherheit!
Die Sternschnuppe fiel immer noch. Sie wurde heller und heller am Abendhimmel, sank langsam tiefer und veränderte auch ihre Farbe; von Sonnenweiß zu Mondgelb zu Himmelsorange bis Abenddämmerungsrot. Fropome konnte jetzt das Geräusch hören, das sie erzeugte, ein dumpfes Raunen, wie ein starker Wind, der reizbare Baumwipfel störte. Die rote Sternschnuppe war nun kein einzelner Lichtpunkt mehr; sie hatte die Form einer großen Samenschote angenommen.
Fropome kam der Gedanke, daß es sich tatsächlich um ein Zeichen handeln könnte. Was immer es ein mochte, es war schließlich von den Sternen gekommen, und waren die Sterne nicht die Samen der Ahnen, so hochgeschossen, daß sie die Erde verließen und in den himmlischen Sphären aus kaltem Feuer Wurzeln schlugen, alles sehend und alles wissend? Vielleicht waren die alten Geschichten letzten Endes doch wahr, und die Götter waren erschienen, um ihm etwas Bedeutendes mitzuteilen. Die Aufregung übermannte ihn. Seine Kelchglieder zitterten, und auf seinen Blättern perlte Feuchtigkeit.
Die Schote war jetzt sehr nah. Sie neigte sich vornüber und schien am dunkelorangefarbenen Himmel zu zögern. Die Farben der Schote wurden immer kräftiger, und Fropome erkannte plötzlich, daß sie heiß war; er spürte ihre Wärme selbst über die Entfernung von einigen Metern.
Es war ein ellipsenartiges Gebilde, ein wenig kleiner als er selbst. Glitzernde Wurzeln baumelten an seinem unteren Ende, und es glitt durch die Luft und landete mit einer Art tastender Bedächtigkeit auf der Wiese, ein paar Limbuslängen von ihm entfernt.
Fropome starrte es an, vollkommen in seinen Bann geschlagen. Er wagte nicht, sich zu bewegen. Vielleicht handelte es sich um etwas sehr Wichtiges. Ein Zeichen.
Alles war still; er selbst, das murrende Gebüsch, das wispernde Gras; sogar die Graser glotzten verdutzt.
Die Schote bewegte sich. Ein Teil ihrer Hülle sackte in ihr Inneres hinein und hinterließ ein Loch in dem glatten Äußeren.
Und ein Geschöpf kam heraus. Es war klein und silbern, und es bewegte sich auf etwas, das Hinterläufe hätten sein können oder auch ein paar überentwickelter Wurzeln. Es ging zu einem der Graser und gab Laute in dessen Richtung von sich. Das Tier war so überrascht, daß es umfiel. Es lag da und starrte blinzelnd zu dem seltsamen, silbernem Geschöpf hinauf. Jungtiere rannten ängstlich zu ihren Müttern. Andere Graser sahen einander unschlüssig an oder beobachteten Fropome, der immer noch unschlüssig war, was er tun sollte.
Der silberne Sämling ging zu einem anderen Graser und gab wieder Laute von sich. Verwirrt ließ der Graser einen Wind. Der Sämling ging zum Hinterteil des Tieres und richtete das Wort an dieses.
Fropome schlug ein paar Ranken zusammen, um achtungsvoll die Aufmerksamkeit des Geschöpfes auf sich zu lenken; dann breitete er zwei Blatt-Hände am Boden vor dem Sämling aus, als Zeichen der Unterwerfung.
Das Wesen machte einen Satz zurück, löste mit seinen stummeligen, oberen Gliedmaßen ein Stück aus seiner Mitte und deutete damit auf Fropomes Ranken. Ein Blitz zuckte auf, und Fropome spürte einen heftigen Schmerz, als seine Blatt-Hände sich runzelten und rauchten. Instinktiv schlug er nach dem Geschöpf aus und warf es zu Boden. Das gelöste Stück flog über die Wiese und prallte einem Graser an die Flanke.
Fropome war entsetzt und gleich darauf wütend. Er hielt das zappelnde Wesen mit einer unversehrten Ranke am Boden, während er seine Verletzungen untersuchte. Die Blätter würden wahrscheinlich abfallen, und es würde Tage dauern, bis sie nachwüchsen. Er benutze einen anderen Limbus, um den silbernen Sämling hochzuheben und ihn sich vor die Augengruppe zu halten. Er schüttelte ihn, dann drehte er ihn auf den Kopf und drückte ihn mit dem oberen Ende auf die Blätter, die er verbrannt hatte; schließlich schüttelte er ihn erneut.
Er hob ihn wieder hoch, um ihn eingehender zu untersuchen.
Ein verdammt komisches Ding, das da aus einer Samenschote gekommen war, dachte er, während er den Gegenstand in alle Richtungen drehte. Es sah ein bißchen wie ein Graser aus, nur das es dünner war und silbern und der Kopf nur aus einer glatten, spiegelnden Kugel bestand. Fropome kam nicht dahinter, wie es in aufrechter Stellung bleiben konnte. Der überdimensionale obere Teil ließ es besonders unausgewogen erscheinen. Möglicherweise war es nicht dafür vorgesehen, lange herumzuspazieren; diese spitzen, beinartigen Gebilde waren wahrscheinlich Wurzeln. Das Ding wand sich in seinem Griff.
Er riß ein Stück von der silbernen Außenrinde ab und probierte seinen Geschmack in einer Nistfalle. Er spuckte es sofort wieder aus. Kein Tier und keine Pflanze; eher ein Mineral. Sehr seltsam.
Tentakel in wurzelrosa peitschten am Ende des stummeligen oberen Gliedes, wo Fropome die äußere Schicht weggerissen hatte. Fropome sah sie ratlos an.
Er bekam eine der kleinen, rosafarbenen Fasern zu fassen und zog daran.
Sie löste sich mit einem leisem >Plop<. Wieder kam ein Laut, diesmal gedämpft klingend, aus dem silbernen, oberen Teil des Geschöpfes.
Sie liebt mich...
Fropome zog ein weiteres Tentakel heraus. Plop. Saft von der Farbe der untergehenden Sonne tropfte heraus.
Sie liebt mich nicht...
Plop, Plop, Plop. Er machte bis zum letzten Tentakel weiter.
Sie liebt mich...
Aufgeregt zog Fropome die Rinde vom Ende des anderen oberen Gliedes ab. Weitere Tentakel.
Sie liebt mich nicht...
Ein Graserjunges kam heran und stupste gegen einen von Fropomes unteren Ästen. Im Maul hielt es das Brenngerät des silbernen Geschöpfes, das ihm an die Flanke geprallt war. Fropome schenkte ihm keine Beachtung.
Sie liebt mich...
Das Graserjunge gab das Zupfen an Fropomes Ast auf. Es kauerte sich auf der Wiese nieder, ließ den Brenner ins Gras fallen und tapste mit einer Pfote forschend daran herum.
Der Sämling wand sich heftig in Fropomes Griff und verspritzte dünnen, roten Saft in alle Richtungen. Fropome vollendete sein Werk an den Tentakeln des zweiten, oberen Gliedes.
Plop. Sie liebt mich nicht.
Oh nein!
Das Graserjunge leckte den Brenner ab und schlug mit der Pfote darauf. Eins der anderen Jungtiere sah es mit dem glänzenden Gegenstand spielen und trottete zu ihm hin.
Fropome ging in die Hocke und zog die äußere Schicht von den plumpen Wurzeln am unteren Ende des Geschöpfes ab. Aha!
Sie liebt mich...
Das Graserjunge neben Fropome langweilte sich allmählich mit dem glänzendem Kleinod; es wollte es gerade achtlos liegen lassen, als es eins seiner Geschwister wahrnahm, das sich mit neugierigem Blick näherte. Das erste Junge knurrte und versuchte, den Brenner mit dem Maul hochzuheben.
Plop... Sie liebt mich nicht!
Ach! Tod und Teufel! Sollen denn meine Pollen niemals ihre vollkommen geformten Fruchtknoten bestäuben? Oh, verruchtes, gleichmäßig ausgewogenes, so unverschämt symmetrisches, geradzahlig angelegtes Universum!
In seiner Raserei riß Fropome die ganze silberne Schicht von der unteren Hälfte des safttriefenden, nur noch schwach zappelnden Sämlings.
Oh ungerechtes Leben! Oh heimtückische Sterne!
Das knurrende Junge zwängte den Brenner in sein Maul. Etwas klickte. Der Kopf des Jungtiers explodierte.
Fropome nahm nicht allzuviel Notiz davon. Er starrte das aus der Rinde geschälte Geschöpf in seinen Händen eindringlich an.
...Moment mal... da war doch noch etwas. Dort wo die Wurzeln zusammenliefen...
Gott sei dank, das Ding hatte letzten Endes doch etwas Ungerades!
Oh, was für ein glücklicher Tag!
(Plop)
Sie liebt mich!



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